Bier in der deutschen Kultur
Bier ist in Deutschland kein bloss es Getraenk. Es ist ein kulturelles Ausdrucksmittel, ein soziales Bindemittel und das Ergebnis jahrhundertealter handwerklicher Tradition. Die regionale Vielfalt der Biersorten spiegelt die Vielzahl der deutschen Landschaften und Menschentypen wider.
Die Staerke der hier beschriebenen Biersorten liegt deutlich unterhalb des Digestifs und bewegt sich im Bereich von 2,8 bis 5,5 Prozent Vol. Das macht sie zum idealen Begleiter eines langen Abends am Tisch.
Regionale Biersorten im Detail

Weizenbier
HefeweizenDas Hefeweizen hat seine Wurzeln in Bayern und wurde bereits im 16. Jahrhundert gebraut. Es wird aus mindestens 50 Prozent Weizenmalz hergestellt und gehoert zu den meistgetrunken Sorten Deutschlands.
Im hohen Weizenbierglas, leicht angewaermt auf Zimmertemperatur. Die Hefe am Flaschenboden wird durch vorsichtiges Schwenken gleichmaessig verteilt.

Koelsch
Kolner SpezialitaetKoelsch ist eine geschuetzte geografische Angabe. Nur Bier, das in Koeln gebraut wird, darf diesen Namen tragen. Es ist ein untergaeriges Bier mit obergaeriger Hefecharakteristik und hat eine sehr treue Stammkundschaft.
Im schmalen Stangenglas mit 0,2 Liter, eisgekuehlt. Der Koelner Kellner, der "Kobes", traegt das Bier auf einem runden Tablett und ersetzt das Glas, bis man ablehnt.

Schwarzbier
Dunkles LagerSchwarzbier gilt als eines der aeltesten Biere Deutschlands. Bereits im 17. Jahrhundert wurde in Bad Kostritz dunkles Bier gebraut. Es war einst das Bier der Bergarbeiter und Handwerker Mitteldeutschlands.
Im Becher oder Krug, leicht gekuehlt. Passt besonders gut zu deftigen Speisen und zum geselligen Abend nach einem langen Tag.

Altbier
Rheinisches ObergaerigesDas Altbier ist das traditionelle Bier Duesseldorfs und des Rheinlandes. Der Name leitet sich von der alten, obergaerigen Braum ethode ab. Es ist das Pendant zum Koelsch aus der Konkurrenzstadt und Gegenstand freundlicher Rivalitaet.
Im kleinen Becher, kalt serviert. In Duesseldorf wird es in bestimmten Gaststaatten direkt vom Fass am Tisch ausgeschenkt.

Berliner Weisse
SauerbierDie Berliner Weisse ist ein sehr leichtes, saurliches Bier mit langer Geschichte in Berlin. Napoleon soll es als "das Champagner des Nordens" bezeichnet haben. Traditionell wird es mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup gemischt.
In einer breiten Schale, oft mit buntem Sirup gereicht. Das Getraenk ist besonders im Sommer beliebt und gilt als leichter Einstieg in die Bierwelt.

Maerzen
OktoberfestbierDas Maerzen wurde traditionell im Maerz gebraut und in Kellern ueber den Sommer gelagert. Im Herbst wurde es ausgeschenkt, was dem Oktoberfest seine Biersorte gab. Heute wird es ganzjaehrig produziert.
Im Masskrug mit einem Liter, wie es auf dem Oktoberfest und in bayerischen Biergaerten ueblich ist. Das Gewicht des vollen Kruges ist ein Symbol fuer die Grosszuegigkeit des Gastgebers.
Zum Digestif nach dem Bier
Wer den Abend wuerdig abschliessen moechte, greift nach dem Bier noch zu einem deutschen Digestif.
